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Alles macht weiter

 

blueprint-fanzine.de, September 2013:

"Und all die andern tun mir leid." Nämlich die, die möglicherweise nie in den Genuss kommen, "Alles macht weiter" zu hören. SPANDAU machen nun schon seit über einem Jahrzehnt Hafen-Emo… und das machen sie auch weiterhin verdammt gut. So auch auf ihrer neuen 5-Track-EP, die nicht nur zum Release ein rauschendes Fest untermalte, sondern auch als Konserve ihre Wirkung nicht verliert. Die vier Hamburger machen das, was sie am besten können: leicht melancholisch angehauchten Indie-Pop (ja, ja, die Popmelodien treten mit fortschreitendem Alter auch immer mehr in den Vordergrund, ist halt der Lauf der Dinge) mit stets bedeutsamen und berührenden Texten, aus denen sich jeder die Zeilen stehlen kann, die für das eigene Leben als Zitat dienen dürfen. Ob es nun ist, dass man über alles irgendwann hinweg kommt, oder man sich fragt, warum die Menschen um uns herum eigentlich mit so seltsamen Gesichtern herumlaufen. Weil es schlicht darum geht, was sich allgemein das Leben nennt, und was jeder anders und doch ein wenig ähnlich erlebt. Überschneidungen gibt es doch immer. Axel und Lennart wechseln sich am Mikrofon gütlich ab und öffnen so noch weitere Räume im Hause SPANDAU, die mancher dort vielleicht gar nicht erwartet hätte. Aber so lange die Schlüssel passen und das Licht funktioniert, ist es ja nicht falsch, auch neue alte Zimmer zu betreten. SPANDAU klingen in ihrer aktuellen Besetzung so sehr nach Spielfreude und Gemeinschaft, wie man es sich als Band wohl nur wünschen kann. Hier spielt zusammen, was zusammen gehört. Oder so ähnlich. Als Hörer wünscht man sich, dass diese EP direkt eine LP geworden wäre - dann hätte man noch mehr von diesem stets salzgetränkten Gitarren-Sound aus der Hansestadt. Aber das Leben ist nun mal kein Wunschkonzert, manchmal weht im leeren Park halt nur der Wind ("Am Ende dieser Stadt"). Was SPANDAU auch weiterhin auszeichnet, ist die Fähigkeit, schon nach einmaligem Genuss einen hochprozentigen Mitsingfaktor zu entwickeln, der fern aller Stadionatmosphäre einfach gute Stimmung aufkommen lässt… und das nicht nur durch eingestreute Backgroundgesänge in "uuuuh" und "aaaaah". Nicht nur mit Menschen, nein, auch mit "Alles macht weiter" ist einfach alles ein kleines bisschen schöner. Wenn Musik das schaffen kann, hat sie richtig viel erreicht. Man wird sogar gerne mit ihr älter. Und wann wird man das schon gerne?

 

truetrash.com, Oktober 2013:

Spandau aus Hamburg melden sich mit einer kleinen Fünf-Track CD zurück. Spandau spielen Indie-Pop oder Indie-Punk. Irgendwas mit Indie halt. Jedenfalls habe ich das Gefühl, dass im Vergleich zu den Vorgängeralben der Punk etwas dem Pop gewichen ist. Das Gaspedal, der Handbremse. Aber das ist nicht weiter schlimm. Knüppelpunk haben die Jungs ohnehin noch nie gemacht. Verspielte Popgitarren. Melancholie. Alles da. Das nächste mal noch fünf Lieder mehr bitteschön. Dankeschön.

 

musikansich.de, November 2013:

Man nehme vier Hamburger Jungs, einen gehörigen Spaß am gemeinsamen Rocken und dazu noch ein nicht unerhebliches Talent…und fertig ist die von Dauer geprägte Bandkarriere von Spandau. Hat es auch seit Bandgründung vor gut 15 Jahren den einen oder anderen Wechsel an den Instrumenten gegeben (einzig Axel und Bernd gehören zu Ursprungsbesetzung), mit Lennart und zuletzt Constantin wurde jedoch die Truppe gefunden, die nun schon seit beinahe fünf Jahren zusammen in die Saiten und auf die Pauke hauen. Auch wenn der Eine oder Andere der Meinung war, dass Spandau sich bereits auf einem absteigenden Ast befände, mit ihrer neuen EP Alles Macht Weiter wollen sie nun genau das Gegenteil beweisen. In guter alter Tradition produzieren die Jungs immer abwechselnd Longplayer und EP`s, so dass es klar war, dass nach dem Album `Als die Jugend kollabierte` aus dem Jahre 2010, nun wieder eine abgespeckte Scheibe dran kommen musste. Somit erwarten uns auf Alles Macht Weiter fünf Songs, die wieder sehr viel Persönliches von Axel und Lennart beinhaltet, ohne jedoch die Gitarrenarrangements und das druckvoll gespielte Schlagwerk außen vor zu lassen. Eben benannter Lennart lässt es sich dann auch nicht nehmen bei “Rückbank“ in melancholischer Art und Weise über das Leben und die Liebe zu philosophieren. Oder wie Axel sich beim Operner “All Die Anderen“ so schön Gedanken um die gesellschaftliche Gleichgültigkeit der heutigen Zeit macht. Inhaltlich lassen sich Spandau auch dieses Mal auf keinerlei Diskussionen ein, und hinterfragen kritisch, ohne die Keule oder den erhobenen Zeigefinger herauszuholen. Somit bleiben sie auch mit der neuen EP ihrer Linie treu und machen unkonventionellen deutschsprachigen Indie-Rock, der zeitlos und ohne Klischees daherkommt. Ich sehe Alles Macht Weiter als gute Vorbereitung für das neue komplette Album, welches ja dann wahrscheinlich der Tradition nach ca. um das Jahr 2015 auf uns zukommen wird…also von mir den Daumen hoch! 

 

underdogfanzine.de, November 2013:

Musik wird noch weiter existieren, wenn an dich niemand mehr denkt oder sich an dich erinnert. Musik…wie eine blasse Erinnerung an Knutschen auf der Rückbank deines ersten Autos, was dir deine Eltern finanziert hat. Musik zum Aufräumen deiner 3er WG, wo sich Geschirr stapelt wie der schiefe Turm von Pisa und der Pizzaservice-Lieferant dein bester Freund ist. Musik, wo Träume gelegentlich wahr werden und “Gedanken aus Zucker” sind. Diese Tage, an denen so viel nicht klappt oder schief geht oder Murks ist, dass du irgendwann Lust hast, den nächstbesten Typen mal zu fragen, warum wir einfach so weiterleben und tun, als ginge uns alles nix an, was in der Zeitung steht, was du so machst, warum die Stadt so grau und trist ist und warum die Menschlichkeit, Offenheit und Fröhlichkeit abhanden gekommen ist in dieser Stadt, die viel zu klein für dich geworden ist. SPANDAU arrangieren leichte Lieder, die sich wie eine Collage zusammensetzt und trotz Indie-Chic auch mal drauf los schrammelt und punkige Gebrauchsspuren hinterlässt. Der Blazer hängt im Schrank, selten getragen. Verdammt, der Pizzakarton ist wieder leer. Nachbestellen, solange der Hunger noch anhält…

Die Sonne scheint anders

 

Cover - Die Sonne scheint anders

Blueprint Fanzine , Juni 2006:

Wieder einmal so eine CD, die vollkommen zu unrecht irgendwo in einer Schublade versandet ist: SPANDAU aus Hamburg, mit ihrer ersten "richtigen" CD "Die Sonne scheint anders". Komisch eigentlich, denn ich mag die Stimmung dieser CD sehr. Die Gitarren leiern manchmal schon fast, so schön schräg schrammelig sind die Akkorde und der Sound. Melancholie trifft auf Deutschrock und holt unterwegs noch Pop und Punk mit ins Boot. Hafen-Emo nennt das die Band.
Erstaunlich eigenständig im Sound, bieten die Hamburger eine Mischung aus KETTCAR, SCHROTTGRENZE und einer beliebigen Punk-Band X. Deutschsprachige Musik ohne peinlich zu sein. MÜNCHNER FREIHEIT-Gesänge, ohne an Schlager und Mitklatschen zu denken. So singen die Jungs von Erinnerungen oder von kleinen Geschichten aus ihrem Leben. Und schrecken dabei auch nicht vor vermeintlichen Balladen zurück. Unterstützt wird die Stimmung des Albums von einer hochklassigen Produktion, die deutlich mehr als den Sound eines Demos hat. Kleine Spielereien und Effekte gibt es noch dazu. Ich verspreche hoch und heilig, dass ich diese CD nie wieder stiefmütterlich behandeln werde, denn das hat sie nicht verdient, auch wenn manchmal ein wenig mehr Druck, den es live zu hören gibt, dem Album gut getan hätte. (ob)

 

 Mind The Gap Fanzine # 10:

Nach mehreren Demos nun also das erste Album der Hamburger, in Eigenregie veröffentlicht. Die Band selbst bezeichnet ihren Sound als Hafen-Emo. Kann man so machen. Man kann aber auch sagen: Deutschrock (in diesem Fall kein Schimpfwort), ordentlich gewürzt mit etwas Punk und schönen Pop-Melodien. Hat da jemand SCHROTTGRENZE gesagt? Ja, passt schon einigermaßen als grober Verweis, auch an KETTCAR musste ich mal denken. Aber SPANDAU haben schon ihren eigenen Sound, sind etwas ruhiger, meist im mittleren Tempobereich unterwegs, streuen gern auch mal eine Ballade ein, oftmals mit eher melancholisch gefärbten Texten. Insgesamt zehn Lieder, darunter auch einige kleine Hits. Schöne Sache, das!

 

wannabepunk.de, Onlinefanzine, 2005:

 

Spandau kommen nicht aus Berlin, nein. Aus Hamburg kommen sie und machen Gitarrenmusik und gänzlich unbekannt ist man auch nichtmehr, supportet wurden bereits „Rantanplan“, „The Wohlstandskinder“ und „Angelika Express“ um mal ein paar bekannte Namen zu nennen. Um ehrlich zu sein, wurde ich etwas skeptisch, als ich die CD zum ersten mal in die Anlage schob. Spandau scheinen sich in die Grand-Hotel-van-Cleef-Schiene einreihen zu wollen, war mein erster Gedanke. Der zweite war: Naja, irgendwie wie Kettcar oder Tomte. Nur schlechter. Keine guten Voraussetzungen für eine neutrale Besprechung…
Auch wenn die Texte lange nicht mit soeiner Lyrik aufwarten können, wie die Marcus Wiebuschs von Kettcar, oder den Tomte-Texten, sind sie persönlich und auf den ersten Blick eindeutig, lassen aber schon beim zweiten hören massenweise Platz zum interpretieren. Die Aufnahme ist überraschend gut für die erste LP. Klagen kann man darüber auf jeden Fall nicht, auch wenn mir persönlich die Stimme des Sängers überhaupt nicht zusagt. Irgendwie schwingt da zuviel Unsicherheit im Treffen der Töne mit, auch wenn er sie doch irgendwie trifft. Ist fast ein bischen wie bei den frühen Sportfreunden. Die Melodien sind verspielt und doch ausgeklügelt, oft leicht verzerrt und genausooft einfach clean. Meine persönliche Meinung nach drei mal hören: Erstklassige Musik-Arrangements – rein Instrumental spielen Spandau ganz oben in der Deutsch-Pop-Liga mit. Aber sowas von! Sehr gut gefällt mir auch die oft leise im Hintergrund mitsingende zweite Stimme, was die Songs ebenfalls sehr aufwertet. Die CD und das Booklet sind ebenfalls sehr schön gestaltet. Negativpunkte: Der meist unsichere Gesang und die teilweise etwas bemüht tiefsinnigen Texte sagen mir nicht so zu. Alles im allem, um mal ein Fazit zu ziehen: Durchaus hörbar und schlecht nun wirklich nicht, aber nicht so meine Musik, mal von der Stimme abgesehen. Schöne, deutschsprachige Musik, schöne Texte, erstklassige Musik! Ein muss für Indie- und Deutschpop-Fans wohl nicht, aber schon eine Aufwertung der CD-Sammlung!

 

 

Handle Me Down Onlinemagazine, November 2006:

SPANDAU kommen nicht wie etwa erwartet aus Berlin sondern aus Hamburg, was sich auch musikalisch sehr schnell bemerkbar macht. Vergleiche mit der örtlichen Schule sind nicht abzuweisen, KETTCAR oder TOMTE lassen grüßen. Im Gegensatz zu den Referenzen sind SPANDAU aber noch am Anfang ihrer Karriere, auch der intellektuelle Grad bleibt hinter den Genregrößen zurück. Dabei versuchen sie sich von der angedichteten Szene abzuwenden, möchten aus dem engen Szene-Ghetto ausbrechen, wie es in der Bandinfo steht. Dabei bezeichnen sie ihren Stil selber schlicht mit Gitarrenmusik, womit sie den sprichwörtlichen Nagel leider zweideutig auf den Kopf treffen: mehr ist es leider nicht. Insgesamt fehlt SPANDAU der entscheidende Kick, der die Band nachhaltig im Gedächtnis einbrennen wird. Dafür sind die Songs zu einfach strukturiert, viel zu oft erwischt man seine Aufmerksamkeit zwischen cleanen Akkorden und dahinplätscherndem Text abschweifen. Zwar ist es lobenswert, dass ich sich mehr und mehr Bands der deutschen Sprache zur Ausdrucksweise ermächtigen, aber schmal ist der Grad zwischen gehaltvoller kultureller Unterhaltung und dem Eindruck der Schülerband. Die Produktion ist ordentlich, aber um auf der Ebene deutscher Größen mitzuspielen, fehlt es noch. Dass es dort einmal hingehen kann, dass die Ansätze gegeben sind, ist nicht in Frage zu stellen, aber bis dahin steht den Hamburgern noch viel Arbeit bevor. 

 

Voice of a Culture, Onlinemagazine:

Ich frage mich, wie oft die Jungs sich wohl schon anhören mussten, ob sie denn aus Berlin kämen... Am vergangenen Wochenende bot sich mir das erste Mal die Gelegenheit, die vier Hamburger(!) live zu sehen und ließ mir gleich mal etwas Hörbares von ihnen in die Hand drücken. Dabei ist mir die Band zumindest schon seit einem ihrer ersten Samplerbeiträge bekannt, als sie dort noch eines ihrer ersten Demostücken veröffentlichten. Seitdem hat sich aber eine Menge verändert. Vom etwas rumpeligen deutschsprachigen Punkrock hat man sich gelöst und steuert nun auf eine Richtung zu, die sich in etwa an der Hamburger Schule orientiert. Ein etwas abgenutzter Begriff vielleicht. Aber wenn die neuen Stücke schon vom TOMTE-Produzenten aufgenommen wurden und sich für mich das Ganze schon in die Kategorie KETTCAR & Co. einordnen lässt, sollte der Begriff doch nicht verkehrt sein. Ich hatte ja nun den Vergleich und ich kann sagen, daß die Band sowohl live, als auch im Studio recht eingespielt und professionell wirkt. Und wenn ich selbst mit der Musik vielleicht nicht so viel anfangen kann, sollten Sympathisanten dieses Genres ruhig mal nach Hörbarem von SPANDAU suchen. Es könnte ihnen gefallen. Und ein interessiertes Label sollte sich doch schon finden lassen...

 

musikansich.de, Onlinefanzine:

Nein, SPANDAU kommen nicht etwa direkt aus Berlin. Das wäre doch wohl etwas zu einfach, oder? Die Band lebt zwar auch beinahe auf dem Kiez, aber eher in der Stadt des FC St. Pauli und der „Großen Freiheit“. Hamburg ist das Thema, und welche Stadt würde besser passen, wenn man aus Neumünster stammt, studiert und sich gleichzeitig musikalisch betätigen möchte. Mit deutschsprachigem Indie-Pop-Punk Hamburger Prägung (nach eigenen Angaben handelt es sich hierbei um Hafen-Emo) treiben die vier bereits seit einigen Jahren kontinuierlich ihr Unwesen. Eine Mischung aus melodischem, emotionalem Punkrock - gepaart mit persönlichen Texten - sorgt dafür, dass sich die geneigten Hörer in den dargebotenen Liedern wieder finden und durchaus noch Spielraum für eigene Interpretationen haben. Gerade der Song „Liebeslied“ wird uns alle daran erinnern, dass wir irgendwann einmal unglücklich verliebt waren und eine uns nahe stehende weibliche/männliche Person verloren haben, ohne wirklich eine Chance zu bekommen, die Situation positiv zu beeinflussen. Obwohl SPANDAU (mittlerweile mehr als 120 Gigs in der ganzen Republik) durch diverse Auftrittemit den WOHLSTANDSKINDERN, RANTANPLAN, SCHROTTGRENZE und ANGELIKA EXPRESS eher in der Punkrock-Szene verwurzelt ist, hat die Band ihren eigenen Stil gefunden, der sich nicht vor anderen Einflüssen verschließt. Bei Liveauftritten legt die Band regelmäßig eine enorme Spielfreude an den Tag und hinterlässt bei Publikum und Veranstaltern fast immer einen bleibenden Eindruck, der auch dadurch verstärkt wird, dass SPANDAU sich nicht zu schade sind für politische und soziale Gruppen & Projekte einzutreten und diese im Rahmen von Soli-Konzerten zu unterstützen. Nach ihren beiden EP`s „Wechselstrommotor“ (2002), bei dem der Anfangssong mit der genialen Refrainzeile „Wechselstrommotoren sind schizophren“ aufwartet, und dem Mini-Album „Die in der Innenstadt waren anders“ (2003), ist nun endlich ein komplettes Album entstanden. Durch widrige Umstände ist das vorliegende Album erst im Oktober 2005 erschienen, obwohl die Aufnahmen bereits aus dem Sommer 2004 stammen. Da man die bisherigen Tonträger alle in Eigenregie aufgenommen, gepresst und an das musikinteressierte Publikum bringen musste (warum auch immer hat sich bisher noch kein Label für die Band interessiert), hat der erste komplette Silberling ziemlich lange auf sich warten lassen müssen. Wenigsten konnte für das Abmischen des aktuellen Tonträgers Henning Schmidt, welcher zuvor bereits mit zahlreichen Hamburger Bands wie TOMTE oder MARR zusammengearbeitet hat, verpflichtet werden, so dass die Aufnahmen dieses mal im Phonraumstudio, unter professioneller Anleitung, eingespielt wurden. Unerwartet verließ der Schlagzeuger Deniz kurz vor dem Jahreswechsel die Band in Richtung HERRENMAGAZIN und wurde mittlerweile durch Mathias an der Schießbude ersetzt. Zur Zeit schreibt die Band neue Songs, treibt sich auf diversen Bühnen herum, verkauft fleißig ihr Album und wartet wahrscheinlich, wie schon so lange, auf einen vernünftigen Deal bei einem Label, welches für den verdienten Erfolg sorgt und der Band dennoch den nötigen Freiraum lässt. (17 von 20 Punkten)

  

Tante Guerilla, Label & Mailorder:

Sehr schöner Indie - Pop mit deutschen Texten und der nötigen Prise Rock. Mit Sicherheitsabstand wird hier in Richtung KETTCAR und TOMTE gschielt. Nicht so schwierig wie diese - daher angenehm fluffig mit tollen Melodien und schönen persönlichen Texten.

Als die Jugend kollabierte

 

 

 

Indiestreber.de, Juni 2010:

Die Jungs von Spandau sind nicht mehr die allerjüngsten. Das machen sie in Frühling Nummer 31, dem ersten Stück ihrer zweiten LP Als die Jugend Kollabierte deutlich. Wie in dem Alter üblich, wird dort weitergemacht, wo man mit Ende Zwanzig aufgehört hat. Im Falle von Spandau ist das “Indierock mit Punk-Einflüssen”, wobei die Punk-Einflüsse immer weniger werden. Die Platte bietet gleich ein paar Highlights: Zum einen wäre da natürlich Worte wiegen schwer, in dem Ex-Spandau-Mitglied und Herrenmagazin-Frontmann Deniz Jaspersen als Gastsänger zu hören ist. Der Song ist wunderbar, sobald man sich von der wohl schlimmsten Textzeile des Albums, mit der eben dieser Song beginnt: “Worte wiegen schwer, das ist prekär.” Ansonsten sind es nämlich neben großartigen Gitarrenlinien vor allem die Texte, die die Band auch auf diesem Album auszeichnen. Manch andere Band wäre zum Beispiel bei einem Thema wie Gentrifizierung entweder in Punk-Plattitüden oder, noch schlimmer, in Sozialromantik abgerutscht – nicht so Spandau in Altona. Es wird vor allem beobachtet und die eigene Ratlosigkeit in so einer Situation geschildert. Ein weiterer Höhepunkt ist Lied Nummer 8, Gesucht, Gesehen, Gebrannt, DIE Hymne für Konzertgänger. Genauer als hier ist wohl selten das Gefühl, ein Konzert seiner Lieblingsband zu sehen, beschrieben worden – schöner wohl noch nie.

 

Useless-Fanzine , Juni 2010:

Ohne Gerüchte verbreiten zu wollen, aber… Man munkelt das Frank Tirado Rosales die Band Kettcar kurz nach Durchhören des neuen Spandau Albums verließ. Natürlich, zweite Reihe ist eben auch unschön. Spandau 2010, Als die Jugend kollabierte, sicher mehr Pop als Punk in den Beinen, sicher mehr Punk als Pop in den Herzen. Natürlich Hamburg. Pathos olé. Großartiges Album.

 

Ox-Fanzine, Ausgabe #91:

Man könnte glauben, in Hamburg tobte ein blutiger Krieg um die Krone des Indierock. Konkurrenz gibt es jedenfalls genug. Da muss sich Musiker schon was ausdenken, es sei denn man ist Teil von SPANDAU. Dann zieht man nur sein Ding durch und pfeift drauf. „Als die Jugend kollabierte“ glänzt mit Gitarren, die ihre Punk-Wurzeln nicht völlig gekappt haben. Die nicht so glatt gebügelt daherkommen, als dass man Schilder mit dem Wörtchen „Pop!“ in die Luft halten könnte. Ein bisschen mehr FEHLFARBEN, ein bisschen weniger KETTCAR. Und wenn Sänger Axel sich in Zeilen über Veränderung, das Älterwerden und Sehnsucht windet, klingt das zwar hochemotional, aber doch kaum pathetisch. Und da bleiben ja auch noch die großartigen Momente, die besungen werden wollen, und ob es nun um das eine oder das andere geht, es klingt aufrichtig. Was anderes liegt ihnen wohl auch gar nicht. „Worte wiegen schwer, das ist prekär. Und immer mehr davon machen es einem nicht leichter.“ Na, Recht haben sie. (7 von 10 Punkten)

 

music-scan.de , Juni 2010:

Der Albumtitel „Als Die Jugend Kollabierte“ ist dem dritten Track ,Göteborg‘ entliehen und bestätigt die Vermutung, dass es hier keine Situationsbeschreibung zum deutschen Nachwuchs gibt, sondern vier Musiker zu der Einsicht gelangen, dass sie erwachsen geworden sind. Ungeduld, Freiheitsstreben, Optimismus und große Ziele gibt es noch immer, doch längst haben die vier Hamburger auch Verpflichtungen, die sie limitieren. Es geht nicht mehr nur um die Selbstverwirklichung. Im Alter um 30 Jahre herum gilt es, Tatsachen wie diese zu akzeptieren und für sich selbst eine neue Balance und den eigen Platz im Leben zu finden. Davon erzählen SPANDAU, mal mehr, mal weniger deutlich – jedoch stets persönlich und authentisch. Die Hanseaten haben den deutschsprachigen Indie-Rock mit natürlicher Pop-Kante zu ihrer Spielwiese erklärt. Die Instrumentierung der Stücke ist zurückhaltend, doch der Vierer formt einen jederzeit eingängigen, wohlklingenden Unterbau. Zentral stehen auf „Als Die Jugend Kollabierte“ allerdings die Texte. Einer der Tracks heißt dann auch ,Worte wiegen schwer‘ und wartet überdies mit einem Gastauftritt von Deniz Jaspersen auf, der früher bei SPANDAU trommelte und heute bei den stilistisch verwandten Herrenmagazin singt. Die Hanseaten verbuchen ein rundes, ansprechendes Indie-Pop-Werk, das in die so genannte Hamburger Schule fällt. Die Band hat selbst produziert und zeichnet auch für die Veröffentlichung verantwortlich. SPANDAU haben sich auf allen Ebenen gut geschlagen. Allein 1-2 Highlights fehlen, die „Als Die Jugend Kollabierte“ zu einem besonderen Album adeln würden. (7 von 10 Punkten) 

 

Alternativ-Music.de , Juni 2010:

Was der Name nicht vermuten lässt, macht die Musik deutlich: Spandau kommen aus Hamburg. Indie-Rock mit durchdachten Texten, ein vertrautes Pärchen, auf das auch die weitaus bekannteren Kollegen von Tomte, Kettcar oder Schrottgrenze setzen. Wer meint, Spandau sind eine neue Gruppierung, die das Erfolgsrezept übernommen hat, liegt falsch. Die vierköpfige Band gibt es seit 1997. Einflüsse der Hamburger Schule kann man Spandau natürlich trotzdem nicht absprechen, dafür sind sie zu eindeutig. Mit Als die Jugend kollabierte veröffentlichen die Hamburger ihre zweite LP. „Frühling Nr. 31 draußen Sturm und ich hier drin. Heizung auf fünf.“, die Zeilen, welche das Album einleiten, sind uns aus den letzten Monaten nur allzu gut bekannt. Frühling Nr. 31 gibt die Marschrichtung vor. Es geht um das Älterwerden und die damit verbundenen Veränderungen. Dieses Thema zieht sich nahezu durch das gesamte Album. Die vier Hamburger bewegen sich über die knapp 40 Minuten auf einem konstant guten Niveau. Einer von wenigen Ausreißern nach oben ist Göteborg. Die Gitarren klingen überzeugend und energetisch; der Gesang ist ausgesprochen stark und abwechslungsreicher als sonst. Noch besser ist nur Worte wiegen schwer. Hieran ist nicht zuletzt Gastsänger Deniz Jaspersen schuld. Der Gitarrist der artverwandten Gruppe Herrenmagazin um Rasmus Engler war jahrelang selbst als Schlagzeuger und Songwriter bei Spandau tätig. Der Song baut sich langsam auf. Bei Deniz’ Gesangspart im zweiten Teil der Strophe fällt auf, dass Worte wiegen schwer durchaus ein Lied von Herrenmagazin sein könnte, was man als Kompliment auffassen kann. Der Refrain ist das absolute Highlight von Als die Jugend kollabierte. Das Zusammenspiel der beiden Stimmen gelingt außerordentlich gut. An Eingängigkeit ist das schwer zu überbieten. Ein ebenso starkes Finale schließt das Lied ab. „Ich guck dich nicht mehr an, ich hab immer zugesehen, ich hab immer drauf gewartet und hab am Ende nur noch geglaubt. Ich guck dich nicht mehr an, ich hab immer zugesehen, ich hab immer drauf gewartet und hab am Ende nur noch gelacht.“ Hier und da klingen die Reime erzwungen, wie zum Beispiel „Worte wiegen schwer, das ist prekär.“, aber das soll nicht weiter stören. Alles in allem ist Als die Jugend kollabierte ein durchaus gutes Album. Viele Lieder klingen ähnlich, insofern kann man sagen, dass noch ein wenig die Abwechslung fehlt. Nichtsdestotrotz ist das Potential der Band erkennbar. Songs wie Worte wiegen schwer sind toll anzuhören. Fans von deutschen Indie und der Hamburger Schule werden bei einigen Stücken auf ihre Kosten kommen.

 

Allschools Network , Juni 2010:

Seine Band SPANDAU zu nennen ist ganz sicher nicht das Schlauste. Immerhin gibt es bereits das SPANDAU BALLET und auch den Berliner Stadtteil. Also schon genügend Assoziationen um den Begriff und dementsprechend auch viele Google-Ergebnisse, die erstmal rund um die Hamburger Band umher tingeln. Aber ist denn die Musik genauso verschwindend wie der Name? Erstaunlicherweise nicht. SPANDAU spielen ziemlich angenehmen deutschen Indie-Rock, der irgendwo zwischen BOSSE und HERRENMAGAZIN pendelt, wobei beim schönen „Worte wiegen schwer“ sogar Deniz Jaspersen vom HERRENMAGAZIN mit singt. Alles in allem wirkt „Als die Jugend kollabierte“ aber etwas holprig, was vielleicht am zittrigen Gesang liegt oder auch den Lyrics, die noch nicht so genau wissen, was sie denn nun wollen. Entweder herrliche Direktheit oder doch verschachtelter Wortfluss. Alles in allem aber schön hoffnungsvoll. Sollte man im Auge behalten. (6 von 10 Punkten)

 

Bierschinken.net , Juni 2010:

Kaum zu glauben, knapp 5 Jahre ist es schon her, dass der letzte Spandau-Longplayer "Die Sonne scheint anders" erschien. Nach ein paar Besetzungswechseln nun das neueste Werk. Eins kann man schon mal sagen: Der Hamburger Schule bleiben Spandau treu, den Punkrock muss man mit der Pinzette suchen. Die CD (im Digipak) ist komplett in Eigenregie entstanden unter der Regie von Gitarrist Lennart - Hut ab, soundtechnisch kann sich das mehr als hören lassen, eine spürbare Weiterentwicklung zu den vorherigen Veröffentlichungen. Der Gesang steht dabei ziemlich im Vordergrund, was schon mal verdeutlicht, wie wichtig die Texte für die Band selbst sind. Man gibt sich nachdenklich und beobachtend - Gedanken über die Welt und die Leute dort draußen. Über Großstadtgefühle und Vorstädter, über Menschen und ihre Eigenarten. Über das Kollabieren der eigenen Jugend, aber auch über die unreflektierte Jugend der heutigen Zeit. Ist das die Midlife-Crisis? Oder doch nur das Nachdenken darüber? Die Brücke zur eigenen Vergangenheit schlagen Spandau mit dem Titel "Worte wiegen schwer" - am Text feilte Ex-Gitarrist Bodo mit, den Gesang teilt Axel sich mit Ex-Schlagzeuger Deniz Jaspersen (mittlerweile Sänger bei HERRENMAGAZIN) Ansonsten ist bei einigen Liedern zusätzlich Lennart am Gesang zu hören ("Altona", "Wenn Du") - fügt sich ganz gut in das Gesamtbild ein. Macht den Eindruck, als hätte die Band jetzt ihre Wunschbesetzung gefunden. Fazit: Mir fehlt eindeutig ein Quentchen Punkrock, aber richtig gerechnet hab ich damit offen gestanden sowieso nicht. Bleibt ein wirklich gutes Indierock-Album, wie es wohl nur aus Hamburg kommen kann. Wird eh mal Zeit für die nächste Abschlussklasse der Hamburger Schule.

 

in-your-face.de , Juli 2010:

Ich muss zugeben, ich bin ein großer Fan von SCHMUFTE. Die liefern seit mehr als 14 Jahren einfach richtig gute Musik ab. Sicherlich kann man SCHMUFTE vorwerfen, sie wären nicht real geblieben und hätten sich dem Mainstream angebiedert, allerdings muss man doch immer wieder betonen, dass man es hier mit einer Band zu tun hat, deren Format Nachahmer wie TOMTE oder KETTCAR niemals erreichen werden. Wie vielen anderen auch gefallen mir die frühen Stücke von SCHMUFTE (also aus der Zeit, wo Jens am Mikro noch nicht durch Christian ersetzt worden war) ein bisschen besser, aber trotzdem: Über eine so lange Zeit ein so hohes Niveau zu halten ist schon beachtlich. Wer sich beim Lesen der Einleitung gerade ernsthaft auf die (Google)Suche nach SCHMUFTE gemacht hat, dem muss ich an dieser Stelle leider eröffnen, dass es sich bei SCHMUFTE lediglich um das imaginäre Bandprojekt von drei meiner Freunde handelt, die sich einfach mal ein bisschen Hamburger Schule fühlen wollten. Um allerdings zum Punkt zu kommen: Wenn SCHMUFTE in den 14 Jahren ihrer imaginären Bandgeschichte auch nur einen Song geschrieben hätten, würde er wahrscheinlich ziemlich genauso klingen wie das musikalische Output der vier Hamburger von SPANDAU, die es inzwischen auch seit immerhin 13 Jahren gibt. SPANDAU allerdings ausschließlich in der Tradition von Bands wie KETTCAR oder TOMTE zu verorten, wird "Als die Jugend kollabierte" nicht wirklich gerecht. Ein wenig KAFKAS und CAPTAIN PLANET ist in den sehnsüchtigen, schwermütigen Arrangements erkennbar und auch Parallelen zu SAMIAM sind im simplen aber doch wirkungsvollen Songwriting (vor allem im Gitarrenspiel) erkennbar. Insgesamt könnte man SPANDAU unter "deutscher Indierock" subsumieren, allerdings besitzt ein Großteil der zehn Kompositionen auf "Als die Jugend kollabierte" einen dermaßenen Charme, dass man fast das böse Suffix "-pop" hinter die Beschreibung der Band klatschen möchte. "Als die Jugend kollabierte" ist insgesamt ein gelungenes Album, das zu Fernweh und Sehnsucht einlädt und einen perfekten Soundtrack zum Schwelgen in Erinnerungen und zur Selbstreflexion beim Hören bietet. SPANDAU gelingt es hierbei tatsächlich, den Zuhörer gelegentlich mit wunderschönen Melodien einzulullen ("Der Kapitän", "Gesucht, Gesehen, Gebrannt", "Göteborg"), was allerdings unglücklicherweise nicht über die ganze Länge von "Als die Jugend kollabierte" gelingt ("Wenn Du" und "Worte wiegen schwer" versauen den zweiten Teil des Albums leider etwas). Die deutschen Texte wirken intelligent geschrieben, aber nicht aufgesetzt, so dass man SPANDAU ein größeres Stück vom Kuchen des Erfolges, den TOMTE und Konsorten inzwischen verzehren, wünschen würde. Sieben Lumpis für die SCHMUFTE der Herzen. (7 von 10 Punkten)

 

Dosenmusik.de , Juli 2010:

Fünf Jahre sind seit der letzten Platte von "Spandau" vergangen und nach einigen Besetzungswechseln haben Axel (Bass & Gesang), Larry (Gitarre & Gesang), Bernd (Gitarre) und Conti (Schlagzeug) sich gefunden und haben ihre neue Scheibe "Als die Jugend kollabierte" aufgenommen. Weiterhin ganz Hamburger Schule und unter Eigenregie sind die 10 Tracks im Didi-Pack entstanden. Inklusive einer musikalischen Weiterentwicklung und gutem Gesamt-Sound liegt auf "Als die Jugend kollabierte" der Fokus der Band weiterhin auf den Lyrics. Menschen und ihre Eigenarten, nachdenklich aber auch mit viel Verständnis für den Lauf der Dinge. Auch ehemalige Mitglieder von "Spandau" haben an der Platte mitgewirkt. So zum Beispiel bei dem Titel "Worte wiegen schwer". Hier erarbeitete Ex-Gitarrist Bodo den Text und Ex-Schlagzeuger Deniz Jaspersen teilt sich mit Axel die Vocals. Aber auch Lennart ist bei "Altona" und "Wenn Du" im Gesang zu hören. "Als die Jugend kollabierte" ist ein rundes Indierock-Album, welches so wohl nur aus dem Norden kommen kann. Manchmal vermisst man eine Prise mehr Rock aber darüber kann man sich an dieser Stelle streiten. Wer Kettcar und Co mag, ist mit "Spandau" gut beraten. (12 von 15 Punkten)

 

handlemedown.de, August 2010:

Wenn sich eine Band nach einem Berliner Bezirk benennt, dann kommt sie, na klar, aus Hamburg. Dort sind SPANDAU auch offenkundig zur Schule gegangen, wecken sie mit ihrem unaufdringlichen deutschsprachigen Indie doch Erinnerungen an Nordlichter wie TOMTE. Vor allem Sänger Axel klingt mitunter verdächtig nach deren Ur-Frontmann Stemmi. Ihren eigenen Kopf haben die Vier trotzdem. Andernfalls wäre ihre Scheibe „Als die Jugend kollabierte“ auch von A bis Z verzichtbar. Glücklicherweise aber verfügt sie über eine eigentümlich gelassene Spannungserzeugung. Der tut der gleichbleibend verhaltene melodische Unterbau keinen Abbruch. Sie verlassen sich nicht auf das alte Spiel des Refrains als Höhe- und Mittelpunkt, in dessen Zuführung Standarten und Strophen verschlissen werden müssen. Das ganz große Aha-Erlebnis mag ausbleiben. Aber wer hätte das von SPANDAU auch verlangt? Ihre Stücke sind, der inflationäre Terminus möge verziehen werden, ehrlich. Die Jungs haben einfach Bock auf Musik. Dass diese trotz rockiger Zwischentöne („Worte wiegen schwer“) nicht zwingend den Ausbruch probt, ist kein Versäumnis. Die Texte sind durchweg gelungen, die Instrumentierung bodenständig und sympathisch schnörkellos. Eine prima Platte, ohne wenn und aber. (7 von 10 Punkten)

 

blueprint-fanzine.de, August 2010:

Ist es nicht schön, dass es immer noch Konstanten im Leben gibt? Alles wird schneller, auswechselbarer und vergänglicher, aber SPANDAU gibt es immer noch. Ohne Plattenvertrag, ohne Geldspeicher und ohne Verpflichtungen. Einfach weil sie Bock haben. Allerdings springen die Hamburger jetzt auch auf den Trendzug "Pink & Weiß" auf - hat man heute so. In Hamburg auf jeden Fall, allerdings eher in fragwürdigen Ecken... Ansonsten gibt es auf "Als die Jugend kollabierte" Bekanntes von SPANDAU, eine neue Stimme und und einen alten Schlagzeuger als Gastsänger. SPANDAU war schon immer eine Band, die eine sehr angenehme Art hatte, Musik zu machen. Ohne zu viel Schnickschnack, ohne zu viele Spielereien, aber es funktionierte schon immer, schaffte eine melancholische Stimmung ohne weinerlich zu sein, hatte aber immer noch genügend Drive um nicht zu langweilig zu sein. Jetzt ist alles ein wenig anders. Vielleicht das Alter? Das Vatersein? Keine Ahnung, jedenfalls ist das aktuelle Album doch ruhiger, getragener und immer weiter weg von irgendeiner Art von Punk. Gerade "Wenn du" klingt eher nach einer fröhlichen Version von TOCOTRONIC, was nicht nur an der Stimme von Lennart Peters liegt. Ungewohnt, anders. Da sind Songs wie "Gesucht, gesehen, gebrannt" irgendwie doch eher meine Favoriten. "Als die Jugend kollabierte" zeigt moderne SPANDAU, die durchaus auch ihren Sound verändern möchten. Aus meiner Sicht nicht immer zu ihrem Vorteil, wie der langweilige Backgroundgesang bei "Neongold" oder "Der Kapitän" zeigen, die beide zu viel nach TOMTE / KETTCAR klingen und zu wenig nach dem was SPANDAU immer auszeichnete - nach SPANDAU zu klingen. Das sind natürlich klasse Referenzen und denen halten sie auch Stand, aber manchmal ist eine vertraute, eigenständige Schrammelband doch sehr schön. (6,5 von 10 Punkten)

 

Oxmox Magazin, Ausgabe 07/11:

Eine Stimme, die Emotionen weckt und wundervolle Melodien laden auf dem zweiten Album zum Schwelgen in Gedanken und Sehnsüchten ein. Ein abgerundetes Paket aus Indierock und Punk-Einflüssen mit Tendenz Richtung Pop. (5 von 6 Punkten)

 

Was es bedeutet & was es heisst

 

Cover - Was es bedeutet und was es heisst

Visions , Juni 2007:

Ich bin auf der Rückfahrt von einem Interview mit Götz Alsmann und höre Spandau. "Ein Riff ist noch kein Song", hat Alsmann gesagt und die Bedeutung der Melodie betont. Für diese würde der alte Jazzschlagerist Spandau lieben, denn sie steht bei der Band absolut im Vordergrund. Der Gesang stürmt der Musik frontal voraus und äußert sentimental euphorisch Hymnen Marke Kettcar, Wohlstandskinder, Muff Potter oder Jupiter Jones, in die man schnell einfallen kann und will. Wofür Alsmann sie nicht mögen würde, ist der Ernst der Sache, das angerissene Klischee, die Humorlosigkeit. Die aktuelle EP "Was es bedeutet und was es heißt" hat Roadmovie-Artwork und drückt auf die Tränendrüsen männlicher Melancholie. Gerade das macht ihre Stärke aus, die Entschlossenheit, da weiterzufahren, wo viele "coole" Menschen abspringen, weil es ihnen zu kitschig wird.

 

Blueprint-Fanzine, Juni 2007:

2005 konnten SPANDAU bereits mit "Die Sonne scheint anders" gewinnen und sich nachhaltig festsetzen mit diesen einfachen Melodien, die dennoch nicht so schnell verklingen. Mit "Was es bedeutet & was es heißt" legen die Hamburger nun eine EP nach. Wieder in Eigenregie und wieder genau so gut und liebevoll wie beim Vorgänger.
Am Anfang muss man sich ein wenig an den Gesang gewöhnen, die Platte hat doch kleine "Menscheleien", aber dadurch wird sie nach einiger Zeit erst richtig charmant. Allerdings fehlt im Vergleich zur letzten EP ein wenig der Drive. Für meinen Geschmack hätte an einigen Stellen ein wenig mehr Tempo und Druck das Album zu einem richtigen Hit gemacht. So bleibt es ein kleiner Hit, der an manchen Stellen in der Schrammellei verschwindet und dann mit seinem charmanten Wechselspiel der Gitarren wieder auftaucht.
Wem KETTCAR zu sehr in den Pop driften und SCHROTTGRENZE zu viel ins Feuilleton gestrebt sind, der findet hier noch Musik mit Herz und Hingabe, ohne zu viel Spielerei. Schrammelgitarren bleiben Schrammelgitarren.

 

Dosenmusik, Juli 2007:

Hamburg ist eine der Städte, in der sich Indie- und Punkszene nicht ausschließen und gegenseitig abgrenzen, wie dies gern als Notwendigkeit gesehen wird. Wie sinnvoll es aber ist, keine Trennung zwischen alternativen Musikigenres zu ziehen zeigten damals Tomte, zeigen heute Muff Potter, oder internationaler bezogen, Jawbreaker, Cursive oder Against Me!
Spandau haben diesen Schubser in Richtung Punk bekommen, versuchen damit ihre Emotionen Hamburger Art auszudrücken und klingen dabei wie einst Tomte klangen, als Thees Uhlmann noch frustriert und die gesamte Band technisch reiflich unversiert war.
Heisst: Simple Melodien, dazu emotionaler Gesang mit subtiler Wut, irgendwo zwischen, haha, Punk und Indierock. Böse Zungen sagen Emopunk dazu und greifen damit ziemlich daneben.
Textlich dreht es sich um Verabschiedungen ("Ansichten der Ferne", "Brandung und Lichter"), norddeutsche Nachtromantik ("Was komisch war ist fort") also die Irrungen und Wirrungen eines Jugendlichen aus Hamburg. Klingt, was fast unvermeidbar ist, nach Tomte und Kettcar, nur weniger ausgereift und leider auch ein wenig eintöniger.
Zwar gibt es Spandau schon seit knapp 10 Jahren, aber vielleicht fehlt bei lauter Eigenregie doch die Betreuung durch professionelle Hände um den Ticken Spannung in die Musik zu bringen. Die guten Ansätze sind hier und da deutlich zu sehen, und wer Texte wie den zu "Was komisch war ist fort" schreibt, der oberflächlich betrachtet banal, aber jedem Freund von emotionalem Indierock mit Bezug zu der dem Norden eigener Natur aufgehen lässt, kann was. Und zwar was Gutes.

 

Waste Of Mind Onlinefanzine, September 2007:

Bei dem Bandnamen ist ja schon einmal klar, dass es sich nicht um eine Band aus Berlin handeln kann. Dass sich aber Hamburger-Jungs nach einem Berliner Stadteil nennen, macht die Sache nur komischer. Die Band spielt jedenfalls Indiepop mit deutschen Texten und erinnert, auch vom Gesang her, manchmal an spätes Material von Schrottgrenze. Musikalisch halten sie einige nette Melodien parat, über die Texte kann man sicher streiten. Denn die liegen irgendwo zwischen Kitsch und wohl überlegt formuliert aber mit Interpretationsspielraum. Sind also vielleicht sogar stilsicher? Anhören kann man die fünf Songs ihrer EP ohne Ausschlag zu bekommen, die Erleuchtung ereilt einen aber auch keinesfalls. Aber ohne mal weiter auf Herkunft und Bandnamen rumzureiten: Was Spandau machen klingt gut, da kann durchaus noch was draus werden. Und dass die Band mit DIY und Engagement in Sachen Solikonzerte im Punkrock verwurzelt ist, macht sie nur sympathischer.

 

 All Schools Onlinemagazine, 2007:

Spandau…da war doch was. Da gibt es zum einen den Berliner Stadtteil – weniger spannend – und die New Romantics von SPANDAU BALLET. Die darf man mit ihrem Dandy Dress ruhig als die ideologischen Vorbilder etwa PANIC! AT THE DISCOs bezeichnen. SPANDAU aus Hamburg hingegen streichen das Ballet, tauschen Rüschen und Hedonismus gegen den Pragmatismus des Alltäglichen, behalten aber den melancholischen Ansatz des Romantikers. Einfacher, im 3 Akkorde Punk wurzelnder, Gitarrenpop und mal wirre, mal verwirrte und gelegentlich auch schöne Hamburger Schule Texte, gepaart mit einem Vortrag, den man so auch von einem völlig verzweifelten und vom Gefühlsmarathon abgehetzten alten Freund um 4 Uhr Morgens bekommen könnte, gibt es gleich fünf mal auf dieser EP. Die Liebe, das ist noch immer Thema Nr.1, klar, wie könnte es anders sein? Das alles kennt man natürlich schon von SCHROTTGRENZE, MUFF POTTER, frühen TOCOTRONIC, alten TOMTE und einer Vielzahl anderer Bands. Das macht SPANDAU aber nicht unbedingt schlecht, man freut sich ja, wenn deutsche Bands auch abseits vom Julimond Musik machen.
„Und ich frage nicht wie weit; sondern wohin man sieht, zum Soundtrack dieser Handlung / Konsequenzen, die man zieht – Gitarre links, Gitarrre rechts – und jetzt mal richtig, Szenezugehörigkeiten sind jetzt nicht mehr wichtig“ („Ansichten Der Ferne“), solche Zeilen aber sind, nun, eher wirr und man denkt schmunzelnd an einen kleinen Dialogfetzen aus dem so tollen, wie wenig beachteten Film „Keine Lieder über Liebe“: „Was das bedeuten soll? Keine Ahnung, es ist halt so typisch Hamburger Schule“ Das spiegelt sich auch im Cover wieder. Straßenromantik. Die Sonne im Rücken, den Kummer im Kopf, die Zukunft ungewiss. SPANDAU sind unterwegs. Wohin? Das wissen sie wahrscheinlich selbst nicht.

 

Rockstart Magazine # 5, Dezember 2007:

Nein, ich verbringe meine Zeit nicht nur auf der Autobahn, zuhause auf meinem Sofa ist es doch auch ganz schön. Dazu ein bisschen SPANDAU aus Hamburg hören, das entspannt. Der Großstadtschrammelpop auf ihrer EP "Was es bedeutet & was es heißt" mit unauf­dringlichen deutschen Texten schleicht sich nachdrücklich ins Ohr – und wem es manchmal etwas zu betroffen wird, der achtet dann eben mehr auf die Musik. Der Mix aus melodischem Punkrock und Indie-Pop gefällt nach mehrmaligem Hören immer besser, und dass die vier Jungs sich auch mit Soli-Konzerten für politische und soziale Gruppen und Projekte engagieren, gibt zusätzliche Sym­pathie-Bonuspunkte.

 

Sellfish Onlinemagazine, 2007:

SPANDAU - Das klingt nach Berlin. Stimmt aber nicht, denn die Herren sind in Hamburg beheimatet und wer sich die EP „Was es bedeutet & was es heißt“ zur Gemüte führt, hätte da auch drauf kommen können. Smells like Post-Hamburger Schule, aber nicht nur, denn da schimmern auch immer wieder schön schrammelige Emopunk-Gitarren durch. Ein wenig vergleichbar mit Herrenmagazin, mit denen man sich auch schon mal Personal geteilt hat. Nur ein bisschen weniger hitlastig, sieht man mal vom Titelsong der EP ab. Ansonsten gibt es feine Gitarrenkost mit betrübten Texten, die sowohl an der Elbe, wie anderswo funktionieren können. Freunde von Schrottgrenze, den Boxhamsters und Konsorten dürften sich hier wohl fühlen. Aus dem Nichts kommen Spandau dabei keinesfalls, schließlich sind sie schon ein paar Jährchen unterwegs, was man dem Songwriting auch anhört. Aufs Ganze wollen sie aber bisher anscheinend noch nicht gehen, vielleicht fehlt noch ein bisschen das letzte Stückchen Mut. Zutrauen würde man es ihnen auf jeden Fall, dass sie etwas reißen können in Indiehausen.

 

2017  Spandau aus Hamburg  Spandau aus Hamburg