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Alles macht weiter

 

blueprint-fanzine.de, September 2013:

"Und all die andern tun mir leid." Nämlich die, die möglicherweise nie in den Genuss kommen, "Alles macht weiter" zu hören. SPANDAU machen nun schon seit über einem Jahrzehnt Hafen-Emo… und das machen sie auch weiterhin verdammt gut. So auch auf ihrer neuen 5-Track-EP, die nicht nur zum Release ein rauschendes Fest untermalte, sondern auch als Konserve ihre Wirkung nicht verliert. Die vier Hamburger machen das, was sie am besten können: leicht melancholisch angehauchten Indie-Pop (ja, ja, die Popmelodien treten mit fortschreitendem Alter auch immer mehr in den Vordergrund, ist halt der Lauf der Dinge) mit stets bedeutsamen und berührenden Texten, aus denen sich jeder die Zeilen stehlen kann, die für das eigene Leben als Zitat dienen dürfen. Ob es nun ist, dass man über alles irgendwann hinweg kommt, oder man sich fragt, warum die Menschen um uns herum eigentlich mit so seltsamen Gesichtern herumlaufen. Weil es schlicht darum geht, was sich allgemein das Leben nennt, und was jeder anders und doch ein wenig ähnlich erlebt. Überschneidungen gibt es doch immer. Axel und Lennart wechseln sich am Mikrofon gütlich ab und öffnen so noch weitere Räume im Hause SPANDAU, die mancher dort vielleicht gar nicht erwartet hätte. Aber so lange die Schlüssel passen und das Licht funktioniert, ist es ja nicht falsch, auch neue alte Zimmer zu betreten. SPANDAU klingen in ihrer aktuellen Besetzung so sehr nach Spielfreude und Gemeinschaft, wie man es sich als Band wohl nur wünschen kann. Hier spielt zusammen, was zusammen gehört. Oder so ähnlich. Als Hörer wünscht man sich, dass diese EP direkt eine LP geworden wäre - dann hätte man noch mehr von diesem stets salzgetränkten Gitarren-Sound aus der Hansestadt. Aber das Leben ist nun mal kein Wunschkonzert, manchmal weht im leeren Park halt nur der Wind ("Am Ende dieser Stadt"). Was SPANDAU auch weiterhin auszeichnet, ist die Fähigkeit, schon nach einmaligem Genuss einen hochprozentigen Mitsingfaktor zu entwickeln, der fern aller Stadionatmosphäre einfach gute Stimmung aufkommen lässt… und das nicht nur durch eingestreute Backgroundgesänge in "uuuuh" und "aaaaah". Nicht nur mit Menschen, nein, auch mit "Alles macht weiter" ist einfach alles ein kleines bisschen schöner. Wenn Musik das schaffen kann, hat sie richtig viel erreicht. Man wird sogar gerne mit ihr älter. Und wann wird man das schon gerne?

 

truetrash.com, Oktober 2013:

Spandau aus Hamburg melden sich mit einer kleinen Fünf-Track CD zurück. Spandau spielen Indie-Pop oder Indie-Punk. Irgendwas mit Indie halt. Jedenfalls habe ich das Gefühl, dass im Vergleich zu den Vorgängeralben der Punk etwas dem Pop gewichen ist. Das Gaspedal, der Handbremse. Aber das ist nicht weiter schlimm. Knüppelpunk haben die Jungs ohnehin noch nie gemacht. Verspielte Popgitarren. Melancholie. Alles da. Das nächste mal noch fünf Lieder mehr bitteschön. Dankeschön.

 

musikansich.de, November 2013:

Man nehme vier Hamburger Jungs, einen gehörigen Spaß am gemeinsamen Rocken und dazu noch ein nicht unerhebliches Talent…und fertig ist die von Dauer geprägte Bandkarriere von Spandau. Hat es auch seit Bandgründung vor gut 15 Jahren den einen oder anderen Wechsel an den Instrumenten gegeben (einzig Axel und Bernd gehören zu Ursprungsbesetzung), mit Lennart und zuletzt Constantin wurde jedoch die Truppe gefunden, die nun schon seit beinahe fünf Jahren zusammen in die Saiten und auf die Pauke hauen. Auch wenn der Eine oder Andere der Meinung war, dass Spandau sich bereits auf einem absteigenden Ast befände, mit ihrer neuen EP Alles Macht Weiter wollen sie nun genau das Gegenteil beweisen. In guter alter Tradition produzieren die Jungs immer abwechselnd Longplayer und EP`s, so dass es klar war, dass nach dem Album `Als die Jugend kollabierte` aus dem Jahre 2010, nun wieder eine abgespeckte Scheibe dran kommen musste. Somit erwarten uns auf Alles Macht Weiter fünf Songs, die wieder sehr viel Persönliches von Axel und Lennart beinhaltet, ohne jedoch die Gitarrenarrangements und das druckvoll gespielte Schlagwerk außen vor zu lassen. Eben benannter Lennart lässt es sich dann auch nicht nehmen bei “Rückbank“ in melancholischer Art und Weise über das Leben und die Liebe zu philosophieren. Oder wie Axel sich beim Operner “All Die Anderen“ so schön Gedanken um die gesellschaftliche Gleichgültigkeit der heutigen Zeit macht. Inhaltlich lassen sich Spandau auch dieses Mal auf keinerlei Diskussionen ein, und hinterfragen kritisch, ohne die Keule oder den erhobenen Zeigefinger herauszuholen. Somit bleiben sie auch mit der neuen EP ihrer Linie treu und machen unkonventionellen deutschsprachigen Indie-Rock, der zeitlos und ohne Klischees daherkommt. Ich sehe Alles Macht Weiter als gute Vorbereitung für das neue komplette Album, welches ja dann wahrscheinlich der Tradition nach ca. um das Jahr 2015 auf uns zukommen wird…also von mir den Daumen hoch! 

 

underdogfanzine.de, November 2013:

Musik wird noch weiter existieren, wenn an dich niemand mehr denkt oder sich an dich erinnert. Musik…wie eine blasse Erinnerung an Knutschen auf der Rückbank deines ersten Autos, was dir deine Eltern finanziert hat. Musik zum Aufräumen deiner 3er WG, wo sich Geschirr stapelt wie der schiefe Turm von Pisa und der Pizzaservice-Lieferant dein bester Freund ist. Musik, wo Träume gelegentlich wahr werden und “Gedanken aus Zucker” sind. Diese Tage, an denen so viel nicht klappt oder schief geht oder Murks ist, dass du irgendwann Lust hast, den nächstbesten Typen mal zu fragen, warum wir einfach so weiterleben und tun, als ginge uns alles nix an, was in der Zeitung steht, was du so machst, warum die Stadt so grau und trist ist und warum die Menschlichkeit, Offenheit und Fröhlichkeit abhanden gekommen ist in dieser Stadt, die viel zu klein für dich geworden ist. SPANDAU arrangieren leichte Lieder, die sich wie eine Collage zusammensetzt und trotz Indie-Chic auch mal drauf los schrammelt und punkige Gebrauchsspuren hinterlässt. Der Blazer hängt im Schrank, selten getragen. Verdammt, der Pizzakarton ist wieder leer. Nachbestellen, solange der Hunger noch anhält…

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