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Als die Jugend kollabierte

 

 

 

Indiestreber.de, Juni 2010:

Die Jungs von Spandau sind nicht mehr die allerjüngsten. Das machen sie in Frühling Nummer 31, dem ersten Stück ihrer zweiten LP Als die Jugend Kollabierte deutlich. Wie in dem Alter üblich, wird dort weitergemacht, wo man mit Ende Zwanzig aufgehört hat. Im Falle von Spandau ist das “Indierock mit Punk-Einflüssen”, wobei die Punk-Einflüsse immer weniger werden. Die Platte bietet gleich ein paar Highlights: Zum einen wäre da natürlich Worte wiegen schwer, in dem Ex-Spandau-Mitglied und Herrenmagazin-Frontmann Deniz Jaspersen als Gastsänger zu hören ist. Der Song ist wunderbar, sobald man sich von der wohl schlimmsten Textzeile des Albums, mit der eben dieser Song beginnt: “Worte wiegen schwer, das ist prekär.” Ansonsten sind es nämlich neben großartigen Gitarrenlinien vor allem die Texte, die die Band auch auf diesem Album auszeichnen. Manch andere Band wäre zum Beispiel bei einem Thema wie Gentrifizierung entweder in Punk-Plattitüden oder, noch schlimmer, in Sozialromantik abgerutscht – nicht so Spandau in Altona. Es wird vor allem beobachtet und die eigene Ratlosigkeit in so einer Situation geschildert. Ein weiterer Höhepunkt ist Lied Nummer 8, Gesucht, Gesehen, Gebrannt, DIE Hymne für Konzertgänger. Genauer als hier ist wohl selten das Gefühl, ein Konzert seiner Lieblingsband zu sehen, beschrieben worden – schöner wohl noch nie.

 

Useless-Fanzine , Juni 2010:

Ohne Gerüchte verbreiten zu wollen, aber… Man munkelt das Frank Tirado Rosales die Band Kettcar kurz nach Durchhören des neuen Spandau Albums verließ. Natürlich, zweite Reihe ist eben auch unschön. Spandau 2010, Als die Jugend kollabierte, sicher mehr Pop als Punk in den Beinen, sicher mehr Punk als Pop in den Herzen. Natürlich Hamburg. Pathos olé. Großartiges Album.

 

Ox-Fanzine, Ausgabe #91:

Man könnte glauben, in Hamburg tobte ein blutiger Krieg um die Krone des Indierock. Konkurrenz gibt es jedenfalls genug. Da muss sich Musiker schon was ausdenken, es sei denn man ist Teil von SPANDAU. Dann zieht man nur sein Ding durch und pfeift drauf. „Als die Jugend kollabierte“ glänzt mit Gitarren, die ihre Punk-Wurzeln nicht völlig gekappt haben. Die nicht so glatt gebügelt daherkommen, als dass man Schilder mit dem Wörtchen „Pop!“ in die Luft halten könnte. Ein bisschen mehr FEHLFARBEN, ein bisschen weniger KETTCAR. Und wenn Sänger Axel sich in Zeilen über Veränderung, das Älterwerden und Sehnsucht windet, klingt das zwar hochemotional, aber doch kaum pathetisch. Und da bleiben ja auch noch die großartigen Momente, die besungen werden wollen, und ob es nun um das eine oder das andere geht, es klingt aufrichtig. Was anderes liegt ihnen wohl auch gar nicht. „Worte wiegen schwer, das ist prekär. Und immer mehr davon machen es einem nicht leichter.“ Na, Recht haben sie. (7 von 10 Punkten)

 

music-scan.de , Juni 2010:

Der Albumtitel „Als Die Jugend Kollabierte“ ist dem dritten Track ,Göteborg‘ entliehen und bestätigt die Vermutung, dass es hier keine Situationsbeschreibung zum deutschen Nachwuchs gibt, sondern vier Musiker zu der Einsicht gelangen, dass sie erwachsen geworden sind. Ungeduld, Freiheitsstreben, Optimismus und große Ziele gibt es noch immer, doch längst haben die vier Hamburger auch Verpflichtungen, die sie limitieren. Es geht nicht mehr nur um die Selbstverwirklichung. Im Alter um 30 Jahre herum gilt es, Tatsachen wie diese zu akzeptieren und für sich selbst eine neue Balance und den eigen Platz im Leben zu finden. Davon erzählen SPANDAU, mal mehr, mal weniger deutlich – jedoch stets persönlich und authentisch. Die Hanseaten haben den deutschsprachigen Indie-Rock mit natürlicher Pop-Kante zu ihrer Spielwiese erklärt. Die Instrumentierung der Stücke ist zurückhaltend, doch der Vierer formt einen jederzeit eingängigen, wohlklingenden Unterbau. Zentral stehen auf „Als Die Jugend Kollabierte“ allerdings die Texte. Einer der Tracks heißt dann auch ,Worte wiegen schwer‘ und wartet überdies mit einem Gastauftritt von Deniz Jaspersen auf, der früher bei SPANDAU trommelte und heute bei den stilistisch verwandten Herrenmagazin singt. Die Hanseaten verbuchen ein rundes, ansprechendes Indie-Pop-Werk, das in die so genannte Hamburger Schule fällt. Die Band hat selbst produziert und zeichnet auch für die Veröffentlichung verantwortlich. SPANDAU haben sich auf allen Ebenen gut geschlagen. Allein 1-2 Highlights fehlen, die „Als Die Jugend Kollabierte“ zu einem besonderen Album adeln würden. (7 von 10 Punkten) 

 

Alternativ-Music.de , Juni 2010:

Was der Name nicht vermuten lässt, macht die Musik deutlich: Spandau kommen aus Hamburg. Indie-Rock mit durchdachten Texten, ein vertrautes Pärchen, auf das auch die weitaus bekannteren Kollegen von Tomte, Kettcar oder Schrottgrenze setzen. Wer meint, Spandau sind eine neue Gruppierung, die das Erfolgsrezept übernommen hat, liegt falsch. Die vierköpfige Band gibt es seit 1997. Einflüsse der Hamburger Schule kann man Spandau natürlich trotzdem nicht absprechen, dafür sind sie zu eindeutig. Mit Als die Jugend kollabierte veröffentlichen die Hamburger ihre zweite LP. „Frühling Nr. 31 draußen Sturm und ich hier drin. Heizung auf fünf.“, die Zeilen, welche das Album einleiten, sind uns aus den letzten Monaten nur allzu gut bekannt. Frühling Nr. 31 gibt die Marschrichtung vor. Es geht um das Älterwerden und die damit verbundenen Veränderungen. Dieses Thema zieht sich nahezu durch das gesamte Album. Die vier Hamburger bewegen sich über die knapp 40 Minuten auf einem konstant guten Niveau. Einer von wenigen Ausreißern nach oben ist Göteborg. Die Gitarren klingen überzeugend und energetisch; der Gesang ist ausgesprochen stark und abwechslungsreicher als sonst. Noch besser ist nur Worte wiegen schwer. Hieran ist nicht zuletzt Gastsänger Deniz Jaspersen schuld. Der Gitarrist der artverwandten Gruppe Herrenmagazin um Rasmus Engler war jahrelang selbst als Schlagzeuger und Songwriter bei Spandau tätig. Der Song baut sich langsam auf. Bei Deniz’ Gesangspart im zweiten Teil der Strophe fällt auf, dass Worte wiegen schwer durchaus ein Lied von Herrenmagazin sein könnte, was man als Kompliment auffassen kann. Der Refrain ist das absolute Highlight von Als die Jugend kollabierte. Das Zusammenspiel der beiden Stimmen gelingt außerordentlich gut. An Eingängigkeit ist das schwer zu überbieten. Ein ebenso starkes Finale schließt das Lied ab. „Ich guck dich nicht mehr an, ich hab immer zugesehen, ich hab immer drauf gewartet und hab am Ende nur noch geglaubt. Ich guck dich nicht mehr an, ich hab immer zugesehen, ich hab immer drauf gewartet und hab am Ende nur noch gelacht.“ Hier und da klingen die Reime erzwungen, wie zum Beispiel „Worte wiegen schwer, das ist prekär.“, aber das soll nicht weiter stören. Alles in allem ist Als die Jugend kollabierte ein durchaus gutes Album. Viele Lieder klingen ähnlich, insofern kann man sagen, dass noch ein wenig die Abwechslung fehlt. Nichtsdestotrotz ist das Potential der Band erkennbar. Songs wie Worte wiegen schwer sind toll anzuhören. Fans von deutschen Indie und der Hamburger Schule werden bei einigen Stücken auf ihre Kosten kommen.

 

Allschools Network , Juni 2010:

Seine Band SPANDAU zu nennen ist ganz sicher nicht das Schlauste. Immerhin gibt es bereits das SPANDAU BALLET und auch den Berliner Stadtteil. Also schon genügend Assoziationen um den Begriff und dementsprechend auch viele Google-Ergebnisse, die erstmal rund um die Hamburger Band umher tingeln. Aber ist denn die Musik genauso verschwindend wie der Name? Erstaunlicherweise nicht. SPANDAU spielen ziemlich angenehmen deutschen Indie-Rock, der irgendwo zwischen BOSSE und HERRENMAGAZIN pendelt, wobei beim schönen „Worte wiegen schwer“ sogar Deniz Jaspersen vom HERRENMAGAZIN mit singt. Alles in allem wirkt „Als die Jugend kollabierte“ aber etwas holprig, was vielleicht am zittrigen Gesang liegt oder auch den Lyrics, die noch nicht so genau wissen, was sie denn nun wollen. Entweder herrliche Direktheit oder doch verschachtelter Wortfluss. Alles in allem aber schön hoffnungsvoll. Sollte man im Auge behalten. (6 von 10 Punkten)

 

Bierschinken.net , Juni 2010:

Kaum zu glauben, knapp 5 Jahre ist es schon her, dass der letzte Spandau-Longplayer "Die Sonne scheint anders" erschien. Nach ein paar Besetzungswechseln nun das neueste Werk. Eins kann man schon mal sagen: Der Hamburger Schule bleiben Spandau treu, den Punkrock muss man mit der Pinzette suchen. Die CD (im Digipak) ist komplett in Eigenregie entstanden unter der Regie von Gitarrist Lennart - Hut ab, soundtechnisch kann sich das mehr als hören lassen, eine spürbare Weiterentwicklung zu den vorherigen Veröffentlichungen. Der Gesang steht dabei ziemlich im Vordergrund, was schon mal verdeutlicht, wie wichtig die Texte für die Band selbst sind. Man gibt sich nachdenklich und beobachtend - Gedanken über die Welt und die Leute dort draußen. Über Großstadtgefühle und Vorstädter, über Menschen und ihre Eigenarten. Über das Kollabieren der eigenen Jugend, aber auch über die unreflektierte Jugend der heutigen Zeit. Ist das die Midlife-Crisis? Oder doch nur das Nachdenken darüber? Die Brücke zur eigenen Vergangenheit schlagen Spandau mit dem Titel "Worte wiegen schwer" - am Text feilte Ex-Gitarrist Bodo mit, den Gesang teilt Axel sich mit Ex-Schlagzeuger Deniz Jaspersen (mittlerweile Sänger bei HERRENMAGAZIN) Ansonsten ist bei einigen Liedern zusätzlich Lennart am Gesang zu hören ("Altona", "Wenn Du") - fügt sich ganz gut in das Gesamtbild ein. Macht den Eindruck, als hätte die Band jetzt ihre Wunschbesetzung gefunden. Fazit: Mir fehlt eindeutig ein Quentchen Punkrock, aber richtig gerechnet hab ich damit offen gestanden sowieso nicht. Bleibt ein wirklich gutes Indierock-Album, wie es wohl nur aus Hamburg kommen kann. Wird eh mal Zeit für die nächste Abschlussklasse der Hamburger Schule.

 

in-your-face.de , Juli 2010:

Ich muss zugeben, ich bin ein großer Fan von SCHMUFTE. Die liefern seit mehr als 14 Jahren einfach richtig gute Musik ab. Sicherlich kann man SCHMUFTE vorwerfen, sie wären nicht real geblieben und hätten sich dem Mainstream angebiedert, allerdings muss man doch immer wieder betonen, dass man es hier mit einer Band zu tun hat, deren Format Nachahmer wie TOMTE oder KETTCAR niemals erreichen werden. Wie vielen anderen auch gefallen mir die frühen Stücke von SCHMUFTE (also aus der Zeit, wo Jens am Mikro noch nicht durch Christian ersetzt worden war) ein bisschen besser, aber trotzdem: Über eine so lange Zeit ein so hohes Niveau zu halten ist schon beachtlich. Wer sich beim Lesen der Einleitung gerade ernsthaft auf die (Google)Suche nach SCHMUFTE gemacht hat, dem muss ich an dieser Stelle leider eröffnen, dass es sich bei SCHMUFTE lediglich um das imaginäre Bandprojekt von drei meiner Freunde handelt, die sich einfach mal ein bisschen Hamburger Schule fühlen wollten. Um allerdings zum Punkt zu kommen: Wenn SCHMUFTE in den 14 Jahren ihrer imaginären Bandgeschichte auch nur einen Song geschrieben hätten, würde er wahrscheinlich ziemlich genauso klingen wie das musikalische Output der vier Hamburger von SPANDAU, die es inzwischen auch seit immerhin 13 Jahren gibt. SPANDAU allerdings ausschließlich in der Tradition von Bands wie KETTCAR oder TOMTE zu verorten, wird "Als die Jugend kollabierte" nicht wirklich gerecht. Ein wenig KAFKAS und CAPTAIN PLANET ist in den sehnsüchtigen, schwermütigen Arrangements erkennbar und auch Parallelen zu SAMIAM sind im simplen aber doch wirkungsvollen Songwriting (vor allem im Gitarrenspiel) erkennbar. Insgesamt könnte man SPANDAU unter "deutscher Indierock" subsumieren, allerdings besitzt ein Großteil der zehn Kompositionen auf "Als die Jugend kollabierte" einen dermaßenen Charme, dass man fast das böse Suffix "-pop" hinter die Beschreibung der Band klatschen möchte. "Als die Jugend kollabierte" ist insgesamt ein gelungenes Album, das zu Fernweh und Sehnsucht einlädt und einen perfekten Soundtrack zum Schwelgen in Erinnerungen und zur Selbstreflexion beim Hören bietet. SPANDAU gelingt es hierbei tatsächlich, den Zuhörer gelegentlich mit wunderschönen Melodien einzulullen ("Der Kapitän", "Gesucht, Gesehen, Gebrannt", "Göteborg"), was allerdings unglücklicherweise nicht über die ganze Länge von "Als die Jugend kollabierte" gelingt ("Wenn Du" und "Worte wiegen schwer" versauen den zweiten Teil des Albums leider etwas). Die deutschen Texte wirken intelligent geschrieben, aber nicht aufgesetzt, so dass man SPANDAU ein größeres Stück vom Kuchen des Erfolges, den TOMTE und Konsorten inzwischen verzehren, wünschen würde. Sieben Lumpis für die SCHMUFTE der Herzen. (7 von 10 Punkten)

 

Dosenmusik.de , Juli 2010:

Fünf Jahre sind seit der letzten Platte von "Spandau" vergangen und nach einigen Besetzungswechseln haben Axel (Bass & Gesang), Larry (Gitarre & Gesang), Bernd (Gitarre) und Conti (Schlagzeug) sich gefunden und haben ihre neue Scheibe "Als die Jugend kollabierte" aufgenommen. Weiterhin ganz Hamburger Schule und unter Eigenregie sind die 10 Tracks im Didi-Pack entstanden. Inklusive einer musikalischen Weiterentwicklung und gutem Gesamt-Sound liegt auf "Als die Jugend kollabierte" der Fokus der Band weiterhin auf den Lyrics. Menschen und ihre Eigenarten, nachdenklich aber auch mit viel Verständnis für den Lauf der Dinge. Auch ehemalige Mitglieder von "Spandau" haben an der Platte mitgewirkt. So zum Beispiel bei dem Titel "Worte wiegen schwer". Hier erarbeitete Ex-Gitarrist Bodo den Text und Ex-Schlagzeuger Deniz Jaspersen teilt sich mit Axel die Vocals. Aber auch Lennart ist bei "Altona" und "Wenn Du" im Gesang zu hören. "Als die Jugend kollabierte" ist ein rundes Indierock-Album, welches so wohl nur aus dem Norden kommen kann. Manchmal vermisst man eine Prise mehr Rock aber darüber kann man sich an dieser Stelle streiten. Wer Kettcar und Co mag, ist mit "Spandau" gut beraten. (12 von 15 Punkten)

 

handlemedown.de, August 2010:

Wenn sich eine Band nach einem Berliner Bezirk benennt, dann kommt sie, na klar, aus Hamburg. Dort sind SPANDAU auch offenkundig zur Schule gegangen, wecken sie mit ihrem unaufdringlichen deutschsprachigen Indie doch Erinnerungen an Nordlichter wie TOMTE. Vor allem Sänger Axel klingt mitunter verdächtig nach deren Ur-Frontmann Stemmi. Ihren eigenen Kopf haben die Vier trotzdem. Andernfalls wäre ihre Scheibe „Als die Jugend kollabierte“ auch von A bis Z verzichtbar. Glücklicherweise aber verfügt sie über eine eigentümlich gelassene Spannungserzeugung. Der tut der gleichbleibend verhaltene melodische Unterbau keinen Abbruch. Sie verlassen sich nicht auf das alte Spiel des Refrains als Höhe- und Mittelpunkt, in dessen Zuführung Standarten und Strophen verschlissen werden müssen. Das ganz große Aha-Erlebnis mag ausbleiben. Aber wer hätte das von SPANDAU auch verlangt? Ihre Stücke sind, der inflationäre Terminus möge verziehen werden, ehrlich. Die Jungs haben einfach Bock auf Musik. Dass diese trotz rockiger Zwischentöne („Worte wiegen schwer“) nicht zwingend den Ausbruch probt, ist kein Versäumnis. Die Texte sind durchweg gelungen, die Instrumentierung bodenständig und sympathisch schnörkellos. Eine prima Platte, ohne wenn und aber. (7 von 10 Punkten)

 

blueprint-fanzine.de, August 2010:

Ist es nicht schön, dass es immer noch Konstanten im Leben gibt? Alles wird schneller, auswechselbarer und vergänglicher, aber SPANDAU gibt es immer noch. Ohne Plattenvertrag, ohne Geldspeicher und ohne Verpflichtungen. Einfach weil sie Bock haben. Allerdings springen die Hamburger jetzt auch auf den Trendzug "Pink & Weiß" auf - hat man heute so. In Hamburg auf jeden Fall, allerdings eher in fragwürdigen Ecken... Ansonsten gibt es auf "Als die Jugend kollabierte" Bekanntes von SPANDAU, eine neue Stimme und und einen alten Schlagzeuger als Gastsänger. SPANDAU war schon immer eine Band, die eine sehr angenehme Art hatte, Musik zu machen. Ohne zu viel Schnickschnack, ohne zu viele Spielereien, aber es funktionierte schon immer, schaffte eine melancholische Stimmung ohne weinerlich zu sein, hatte aber immer noch genügend Drive um nicht zu langweilig zu sein. Jetzt ist alles ein wenig anders. Vielleicht das Alter? Das Vatersein? Keine Ahnung, jedenfalls ist das aktuelle Album doch ruhiger, getragener und immer weiter weg von irgendeiner Art von Punk. Gerade "Wenn du" klingt eher nach einer fröhlichen Version von TOCOTRONIC, was nicht nur an der Stimme von Lennart Peters liegt. Ungewohnt, anders. Da sind Songs wie "Gesucht, gesehen, gebrannt" irgendwie doch eher meine Favoriten. "Als die Jugend kollabierte" zeigt moderne SPANDAU, die durchaus auch ihren Sound verändern möchten. Aus meiner Sicht nicht immer zu ihrem Vorteil, wie der langweilige Backgroundgesang bei "Neongold" oder "Der Kapitän" zeigen, die beide zu viel nach TOMTE / KETTCAR klingen und zu wenig nach dem was SPANDAU immer auszeichnete - nach SPANDAU zu klingen. Das sind natürlich klasse Referenzen und denen halten sie auch Stand, aber manchmal ist eine vertraute, eigenständige Schrammelband doch sehr schön. (6,5 von 10 Punkten)

 

Oxmox Magazin, Ausgabe 07/11:

Eine Stimme, die Emotionen weckt und wundervolle Melodien laden auf dem zweiten Album zum Schwelgen in Gedanken und Sehnsüchten ein. Ein abgerundetes Paket aus Indierock und Punk-Einflüssen mit Tendenz Richtung Pop. (5 von 6 Punkten)

 

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