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Die Sonne scheint anders

 

Cover - Die Sonne scheint anders

Blueprint Fanzine , Juni 2006:

Wieder einmal so eine CD, die vollkommen zu unrecht irgendwo in einer Schublade versandet ist: SPANDAU aus Hamburg, mit ihrer ersten "richtigen" CD "Die Sonne scheint anders". Komisch eigentlich, denn ich mag die Stimmung dieser CD sehr. Die Gitarren leiern manchmal schon fast, so schön schräg schrammelig sind die Akkorde und der Sound. Melancholie trifft auf Deutschrock und holt unterwegs noch Pop und Punk mit ins Boot. Hafen-Emo nennt das die Band.
Erstaunlich eigenständig im Sound, bieten die Hamburger eine Mischung aus KETTCAR, SCHROTTGRENZE und einer beliebigen Punk-Band X. Deutschsprachige Musik ohne peinlich zu sein. MÜNCHNER FREIHEIT-Gesänge, ohne an Schlager und Mitklatschen zu denken. So singen die Jungs von Erinnerungen oder von kleinen Geschichten aus ihrem Leben. Und schrecken dabei auch nicht vor vermeintlichen Balladen zurück. Unterstützt wird die Stimmung des Albums von einer hochklassigen Produktion, die deutlich mehr als den Sound eines Demos hat. Kleine Spielereien und Effekte gibt es noch dazu. Ich verspreche hoch und heilig, dass ich diese CD nie wieder stiefmütterlich behandeln werde, denn das hat sie nicht verdient, auch wenn manchmal ein wenig mehr Druck, den es live zu hören gibt, dem Album gut getan hätte. (ob)

 

 Mind The Gap Fanzine # 10:

Nach mehreren Demos nun also das erste Album der Hamburger, in Eigenregie veröffentlicht. Die Band selbst bezeichnet ihren Sound als Hafen-Emo. Kann man so machen. Man kann aber auch sagen: Deutschrock (in diesem Fall kein Schimpfwort), ordentlich gewürzt mit etwas Punk und schönen Pop-Melodien. Hat da jemand SCHROTTGRENZE gesagt? Ja, passt schon einigermaßen als grober Verweis, auch an KETTCAR musste ich mal denken. Aber SPANDAU haben schon ihren eigenen Sound, sind etwas ruhiger, meist im mittleren Tempobereich unterwegs, streuen gern auch mal eine Ballade ein, oftmals mit eher melancholisch gefärbten Texten. Insgesamt zehn Lieder, darunter auch einige kleine Hits. Schöne Sache, das!

 

wannabepunk.de, Onlinefanzine, 2005:

 

Spandau kommen nicht aus Berlin, nein. Aus Hamburg kommen sie und machen Gitarrenmusik und gänzlich unbekannt ist man auch nichtmehr, supportet wurden bereits „Rantanplan“, „The Wohlstandskinder“ und „Angelika Express“ um mal ein paar bekannte Namen zu nennen. Um ehrlich zu sein, wurde ich etwas skeptisch, als ich die CD zum ersten mal in die Anlage schob. Spandau scheinen sich in die Grand-Hotel-van-Cleef-Schiene einreihen zu wollen, war mein erster Gedanke. Der zweite war: Naja, irgendwie wie Kettcar oder Tomte. Nur schlechter. Keine guten Voraussetzungen für eine neutrale Besprechung…
Auch wenn die Texte lange nicht mit soeiner Lyrik aufwarten können, wie die Marcus Wiebuschs von Kettcar, oder den Tomte-Texten, sind sie persönlich und auf den ersten Blick eindeutig, lassen aber schon beim zweiten hören massenweise Platz zum interpretieren. Die Aufnahme ist überraschend gut für die erste LP. Klagen kann man darüber auf jeden Fall nicht, auch wenn mir persönlich die Stimme des Sängers überhaupt nicht zusagt. Irgendwie schwingt da zuviel Unsicherheit im Treffen der Töne mit, auch wenn er sie doch irgendwie trifft. Ist fast ein bischen wie bei den frühen Sportfreunden. Die Melodien sind verspielt und doch ausgeklügelt, oft leicht verzerrt und genausooft einfach clean. Meine persönliche Meinung nach drei mal hören: Erstklassige Musik-Arrangements – rein Instrumental spielen Spandau ganz oben in der Deutsch-Pop-Liga mit. Aber sowas von! Sehr gut gefällt mir auch die oft leise im Hintergrund mitsingende zweite Stimme, was die Songs ebenfalls sehr aufwertet. Die CD und das Booklet sind ebenfalls sehr schön gestaltet. Negativpunkte: Der meist unsichere Gesang und die teilweise etwas bemüht tiefsinnigen Texte sagen mir nicht so zu. Alles im allem, um mal ein Fazit zu ziehen: Durchaus hörbar und schlecht nun wirklich nicht, aber nicht so meine Musik, mal von der Stimme abgesehen. Schöne, deutschsprachige Musik, schöne Texte, erstklassige Musik! Ein muss für Indie- und Deutschpop-Fans wohl nicht, aber schon eine Aufwertung der CD-Sammlung!

 

 

Handle Me Down Onlinemagazine, November 2006:

SPANDAU kommen nicht wie etwa erwartet aus Berlin sondern aus Hamburg, was sich auch musikalisch sehr schnell bemerkbar macht. Vergleiche mit der örtlichen Schule sind nicht abzuweisen, KETTCAR oder TOMTE lassen grüßen. Im Gegensatz zu den Referenzen sind SPANDAU aber noch am Anfang ihrer Karriere, auch der intellektuelle Grad bleibt hinter den Genregrößen zurück. Dabei versuchen sie sich von der angedichteten Szene abzuwenden, möchten aus dem engen Szene-Ghetto ausbrechen, wie es in der Bandinfo steht. Dabei bezeichnen sie ihren Stil selber schlicht mit Gitarrenmusik, womit sie den sprichwörtlichen Nagel leider zweideutig auf den Kopf treffen: mehr ist es leider nicht. Insgesamt fehlt SPANDAU der entscheidende Kick, der die Band nachhaltig im Gedächtnis einbrennen wird. Dafür sind die Songs zu einfach strukturiert, viel zu oft erwischt man seine Aufmerksamkeit zwischen cleanen Akkorden und dahinplätscherndem Text abschweifen. Zwar ist es lobenswert, dass ich sich mehr und mehr Bands der deutschen Sprache zur Ausdrucksweise ermächtigen, aber schmal ist der Grad zwischen gehaltvoller kultureller Unterhaltung und dem Eindruck der Schülerband. Die Produktion ist ordentlich, aber um auf der Ebene deutscher Größen mitzuspielen, fehlt es noch. Dass es dort einmal hingehen kann, dass die Ansätze gegeben sind, ist nicht in Frage zu stellen, aber bis dahin steht den Hamburgern noch viel Arbeit bevor. 

 

Voice of a Culture, Onlinemagazine:

Ich frage mich, wie oft die Jungs sich wohl schon anhören mussten, ob sie denn aus Berlin kämen... Am vergangenen Wochenende bot sich mir das erste Mal die Gelegenheit, die vier Hamburger(!) live zu sehen und ließ mir gleich mal etwas Hörbares von ihnen in die Hand drücken. Dabei ist mir die Band zumindest schon seit einem ihrer ersten Samplerbeiträge bekannt, als sie dort noch eines ihrer ersten Demostücken veröffentlichten. Seitdem hat sich aber eine Menge verändert. Vom etwas rumpeligen deutschsprachigen Punkrock hat man sich gelöst und steuert nun auf eine Richtung zu, die sich in etwa an der Hamburger Schule orientiert. Ein etwas abgenutzter Begriff vielleicht. Aber wenn die neuen Stücke schon vom TOMTE-Produzenten aufgenommen wurden und sich für mich das Ganze schon in die Kategorie KETTCAR & Co. einordnen lässt, sollte der Begriff doch nicht verkehrt sein. Ich hatte ja nun den Vergleich und ich kann sagen, daß die Band sowohl live, als auch im Studio recht eingespielt und professionell wirkt. Und wenn ich selbst mit der Musik vielleicht nicht so viel anfangen kann, sollten Sympathisanten dieses Genres ruhig mal nach Hörbarem von SPANDAU suchen. Es könnte ihnen gefallen. Und ein interessiertes Label sollte sich doch schon finden lassen...

 

musikansich.de, Onlinefanzine:

Nein, SPANDAU kommen nicht etwa direkt aus Berlin. Das wäre doch wohl etwas zu einfach, oder? Die Band lebt zwar auch beinahe auf dem Kiez, aber eher in der Stadt des FC St. Pauli und der „Großen Freiheit“. Hamburg ist das Thema, und welche Stadt würde besser passen, wenn man aus Neumünster stammt, studiert und sich gleichzeitig musikalisch betätigen möchte. Mit deutschsprachigem Indie-Pop-Punk Hamburger Prägung (nach eigenen Angaben handelt es sich hierbei um Hafen-Emo) treiben die vier bereits seit einigen Jahren kontinuierlich ihr Unwesen. Eine Mischung aus melodischem, emotionalem Punkrock - gepaart mit persönlichen Texten - sorgt dafür, dass sich die geneigten Hörer in den dargebotenen Liedern wieder finden und durchaus noch Spielraum für eigene Interpretationen haben. Gerade der Song „Liebeslied“ wird uns alle daran erinnern, dass wir irgendwann einmal unglücklich verliebt waren und eine uns nahe stehende weibliche/männliche Person verloren haben, ohne wirklich eine Chance zu bekommen, die Situation positiv zu beeinflussen. Obwohl SPANDAU (mittlerweile mehr als 120 Gigs in der ganzen Republik) durch diverse Auftrittemit den WOHLSTANDSKINDERN, RANTANPLAN, SCHROTTGRENZE und ANGELIKA EXPRESS eher in der Punkrock-Szene verwurzelt ist, hat die Band ihren eigenen Stil gefunden, der sich nicht vor anderen Einflüssen verschließt. Bei Liveauftritten legt die Band regelmäßig eine enorme Spielfreude an den Tag und hinterlässt bei Publikum und Veranstaltern fast immer einen bleibenden Eindruck, der auch dadurch verstärkt wird, dass SPANDAU sich nicht zu schade sind für politische und soziale Gruppen & Projekte einzutreten und diese im Rahmen von Soli-Konzerten zu unterstützen. Nach ihren beiden EP`s „Wechselstrommotor“ (2002), bei dem der Anfangssong mit der genialen Refrainzeile „Wechselstrommotoren sind schizophren“ aufwartet, und dem Mini-Album „Die in der Innenstadt waren anders“ (2003), ist nun endlich ein komplettes Album entstanden. Durch widrige Umstände ist das vorliegende Album erst im Oktober 2005 erschienen, obwohl die Aufnahmen bereits aus dem Sommer 2004 stammen. Da man die bisherigen Tonträger alle in Eigenregie aufgenommen, gepresst und an das musikinteressierte Publikum bringen musste (warum auch immer hat sich bisher noch kein Label für die Band interessiert), hat der erste komplette Silberling ziemlich lange auf sich warten lassen müssen. Wenigsten konnte für das Abmischen des aktuellen Tonträgers Henning Schmidt, welcher zuvor bereits mit zahlreichen Hamburger Bands wie TOMTE oder MARR zusammengearbeitet hat, verpflichtet werden, so dass die Aufnahmen dieses mal im Phonraumstudio, unter professioneller Anleitung, eingespielt wurden. Unerwartet verließ der Schlagzeuger Deniz kurz vor dem Jahreswechsel die Band in Richtung HERRENMAGAZIN und wurde mittlerweile durch Mathias an der Schießbude ersetzt. Zur Zeit schreibt die Band neue Songs, treibt sich auf diversen Bühnen herum, verkauft fleißig ihr Album und wartet wahrscheinlich, wie schon so lange, auf einen vernünftigen Deal bei einem Label, welches für den verdienten Erfolg sorgt und der Band dennoch den nötigen Freiraum lässt. (17 von 20 Punkten)

  

Tante Guerilla, Label & Mailorder:

Sehr schöner Indie - Pop mit deutschen Texten und der nötigen Prise Rock. Mit Sicherheitsabstand wird hier in Richtung KETTCAR und TOMTE gschielt. Nicht so schwierig wie diese - daher angenehm fluffig mit tollen Melodien und schönen persönlichen Texten.

2017  Spandau aus Hamburg  Spandau aus Hamburg